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#10ESPOIRS: Lakers schenken René Barth einen Sieg

Gestern war 1989. René Barth trifft beim Spiel gegen Dänemark. Es war eines von 206 Länderspielen für die Schweiz. Heute ist 2017. René Barth nimmt Abschied als Interimstrainer. Sein Team, das er zum zweiten Mal zeitweise übernommen hat, gewinnt mit 33:30 gegen die Kadetten Espoirs. Welch ein Abschied vom Spitzensport. Schon vor Wochen hat der 54-jährige angedeutet, dass nach diesem Engagement entgültig Schluss ist: Family und Job first!!!!

Vor dem Heimspiel gegen die jungen Kadetten wird René Barth von Präsident Thomas Etter und Geschäftsführer Rainer Holzinger gebührend verabschiedet und von den 390 Fans beklatscht. Danach wollen natürlich alle wissen, ob sich das Team am Abschiedsgeschenk beteiligen will. Ja, es wird es.

Doch der Reihe nach. Nervös und vom Offensivgeist der Gäste überrascht, muss René Barth schon nach 3 Minuten ein Time-Out nehmen. Es stimmt vieles nicht. Auch danach dominieren die Kadetten und erst so langsam kommt der Gelb Schwarze Motor ins Rotieren. Nach 20 Minuten haben die Seebuben den Rückstand, der mal 4 Tore betrug, aufgeholt und sehen sich nun auf Augenhöhe mit dem mit zahlreichen Junioren-Nationalspielern gespickten Team aus der BBC-Arena.

Man reibt sich die Augen ob des Spielverlaufes. Es ähnelt sehr viel an das Heimspiel vom 11.11. gegen den STV Baden. Die Lakers brauchen sehr lange, bis sie im Spiel sind, kämpfen bis zum Umfallen und kaufen ihrem Gegner so den Schneid ab. Kurz nach der 40. Minuten gelingt ihnen in doppelter Unterzahl durch Christoph Piske ein Tor. Das war das Schlüsselerlebnis für die Gelb Schwarzen. Nach 45 Minuten besteigt Mikkel Madsen die Manege. Der Däne möchte es seinem Trainer wahrscheinlich besondern schwer machen, die Lakers zu verlassen. Noah Haas, bisher bester Akteur auf der Platte und toremässig überlegen, war nun Vergangenheit. Was die Nummer 14 der Lakers in den Schlussminute fabrizierte, war schlicht Extraklasse. Der ruhige Zeitgenosse zog das Heimteam mit und so kamen die Gäste kaum mehr zu klaren Möglichkeiten, das Spiel zum Kippen zu bringen.

Der Sieg war nach der Niederlage in Solothurn Balsam und sehr wichtig für die neue Ära, die am Montagabend eingeläutet wird. Dann ist der sympatische René Barth nicht mehr da - wir mögen ihm die Freizeit gönnen. Ferenc Panczel wird das Ruder übernehmen und er wird auf ein Team treffen, das wieder Lunte gerochen hat, aber vor zwei schweren Auswärtsspielen steht. Am Sonntag geht es nach Möhlin und am Samstag danach zum Aufsteiger nach Biel.

Aber zuerst denken wir heute an die zweite Amtszeit von René Barth und seine wunderbare Karriere, auch ganz im Zeichen von Handball Stäfa. Dafür möchten wir nochmals MERCI sagen. 


Swiss Handball League, Männer NLB, Hauptrunde, 10. Runde

Lakers Stäfa - SG GS/Kadetten Espoirs SH 33:31 (14:15)
Samstag, 25. November 2017, 16.30 Uhr, Stäfa Frohberg, 390 Fans
Schiedsrichter: Arthur Brunner / Morad Salah
Zeitstrafen: 4mal 2 Min. für Stäfa, 2mal 2 Min. für die Espoirs
Team Time-Outs: Lakers Stäfa (02:56/0:3, 51:22/27:25, 59:19/32:30); SG GS/Kadetten Espoirs SH (19:12/9:11, 48:46/26:23, 53:31/30:26)

Spielfilm: 0:1, 1:3 (4.), 2:6 (9.), 5:9, 7:9 (17.), 10:11 (21.), 12:12 (25.), 13:12 (27.), 14:15 (HZ); 14:16, 16:17, 18:17 (37.), 20:21 (41.), 22:23 (43.), 25:23, 27:23 (51.), 27:25, 30:26 (54.), 32:29, 33:31 (Ende)

Lakers Stäfa: Frei/von Wyl (ab 15.); Valentakovic (6), Ardielli , Rizvan, Schlumpf (1), Vernier (4), Madsen (10/2), Brunner (4), Piske (5), Yada, Hara, Felder (3); SG GS/Kadetten Espoirs SH: Huber/Schaffhauser (20.-30. und ab 54.); Bührer (4/2), S. Zehnder (4), Wanner (2), Haas (13), Störchli (4), Markovic, Nowak, Schopper, Klaiber, Ramic, Berg, Teubert (4);

Bemerkungen: Lakers Stäfa ohne Barth, Maag und Cibere (alle verletzt), Hüppi, Zimmermann, Lechner, Bächtiger (alle nicht im Aufgebot); Kadetten Espoirs ohne Schelker (verletzt), Langenick, B. Zehnder, Rusert; Dernière von René Barth als Interims-Trainer der Lakers Stäfa; 11. Huber (Kadetten) hält 7m von Brunner; 17. Teubert (Espoirs) verschiesst 7m;

Alexander Kuszka
Fotoquelle: Homepage SHV